Das IV-Dialogforum

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Andreas H.

11. Januar 2018

Die Industrie redet/schreibt immer von Lohnnebenkosten. Welche Kosten sind hier tatsächlich gemeint?

Unsere Antwort

Die Lohnnebenkosten fallen für den Arbeitgeber an und werden auch als indirekte Arbeitskosten oder als indirekte Personalzusatzkosten bezeichnet. Sie müssen vom Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn bezahlt werden und beinhalten unter anderem die Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung. Im Einzelnen sind folgende Posten in den Lohnnebenkosten enthalten:

  • Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung
  • Kommunalsteuer
  • Beitrag zur Mitarbeitervorsorgekasse
  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag

Unter folgendem Link kann man sich anhand des eigenen Gehalts anschauen, wie hoch die Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber sind, bei dem man beschäftigt ist: https://rechner.cpulohn.at/bmf.gv.at/#bruttoNetto

Die derzeitige Struktur des österreichischen Steuer- und Abgabensystems belastet den Faktor Arbeit überdurchschnittlichhoch. Das wirkt wachstumshemmend und setzt falsche Anreize für die aktive Teilnahme am Wertschöpfungsprozess. Deswegen braucht es eine Senkung der Lohnnebenkosten!

St.

25. November 2017

Warum wird in der Autoindustrie immer mehr Komponenten wie diverse Teile auf andere billig Länder ausgelagert!
Mann kann hier den Sinn nicht verstehen wie Umwelt belastend diverse Autoteile durch tägliche Transportkosten sein müssen.
z Bsp.
Auto wird in Graz produziert, in Slowenien lackiert, und in Graz zusammen geba

Unsere Antwort

Die Automobilhersteller versuchen grundsätzlich, die Wege so kurz wie möglich zu halten und so nahe beim Kunden zu bauen wie möglich. Man muss aber gewisse Unterschiede bei den Lohnkosten berücksichtigen. Grundsätzlich ist es aber so, dass Österreich eine sehr starke Automobilzulieferindustrie hat und im Automotive-Bereich die Produktion sehr stark in Österreich verhaftet ist. Durch diese starke heimische Autozulieferindustrie wird nicht viel ins Ausland verlagert – die Wertschöpfung bleibt in Österreich.

Gerhard W.

2. Dezember 2017

Ist der Jobbonus ein Anreiz neue Stellen zu errichten?

Unsere Antwort

Der Beschäftigungsbonus, der die Lohnnebenkosten von Neueinstellungen fördern soll, ist ein positives Signal, wenn es gelingt, auf die betrieblichen Bedürfnisse einzugehen und eine praxisgerechte unbürokratische und rechtssichere Abwicklung sicherzustellen. Grundsätzlich muss Österreich die Lohnnebenkosten auch langfristig weiter senken. Sie sind einer der größten Arbeitsplatzverhinderer. Diese Reduktion muss zumindest auf deutsches Niveau erfolgen, um Investitionen, Wachstum und Beschäftigung weiter zu fördern.

Robert P.

28. November 2017

Ich will auch Industrieller werden. Haben sie bitte eine Industrie für mich?

Unsere Antwort

Lieber Herr Palfrader! Wir freuen uns sehr über Ihr großes Interesse an der Industrie. Eine Industrie gibt es nicht aber machen Sie Ihr Interesse doch einfach zum Beruf. Überlegen Sie sich eine Geschäftsidee. Kämpfen Sie sich tapfer durch den österreichischen Bürokratiedschungel und gründen Sie ein Unternehmen. Scheuen Sie das (oftmals ganz enorme) unternehmerische Risiko nicht. Suchen Sie qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schaffen Sie – trotz Rekordsteuerbelastung – möglichst viele Arbeitsplätze. Und nach vielen, vielen Jahren harter Arbeit, haben Sie dann „Ihre“ Industrie.

Johannes H.

22. November 2017

Können die Kunststoff verarbeitenden Industriebetriebe glaubhaft nachweisen, dass seit Veröffentlichung der Studie zur Kunststoffbelastung der Donau Maßnahmen getroffen wurden, um diese Einträge vollständig zu eliminieren?

Unsere Antwort

Unter anderem wurden in der Industrie unter Einbindung des Umweltbundesamtes bauliche Maßnahmen gesetzt um den Eintrag von Kunststoff in die Donau selbst bei Starkregenereignissen zu verhindern. Inwieweit auch bei andere Quellen von Kunststoffen Verbesserungen vorgenommen wurden, ist nicht bekannt.

Kotrba F.

23. November 2017

Warum erhalten Manager teilweise das 50 fache von Bezug eines Arbeiters. Das sie der Liste Kurz großspenden geben können? (KTM).

Unsere Antwort

Der Mythos, dass die Gehälter der Führungspositionen überproportional hoch sind, ist leider weit verbreitet, aber eben trotzdem nur ein Mythos! Im Jahr 2016 verdienten Menschen in Führungspositionen durchschnittlich 116.300 € Netto (Quelle: Triconsult-Umfrage von über 500 Managerinnen und Manager im Auftrag des WdF), zusätzlich ist davon rund ein Fünftel kein Fixgehalt, sondern abhängig vom Erfolg des Unternehmens. Übrigens liegt Österreich bei den Managergehältern im europaweiten Vergleich im unteren Drittel, Länder wie zum Beispiel Deutschland, Frankreich und Italien liegen diesbezüglich vor Österreich.

Da.

23. November 2017

Ich habe ein großes Problem damit, dass es in der Wirtschaft nur um mehr Wachstum geht. Also überspitzt formuliert, was bringt es wenn jeder einen Arbeitsplatz hat, aber wir in einigen Jahrzehnten die Umwelt aufgrund dieses Wachstums um jeden Preis so beeinflusst haben, dass unser Überleben kaum noch möglich ist?

Unsere Antwort

Unserer Meinung nach schließt die Sicherung neuer Arbeitsplätze den Umweltschutz nicht aus – das Gegenteil ist sogar der Fall! Wir setzen uns als Vertretung der heimischen Industriebetriebe dafür ein, innovative und nachhaltige Lösungen für Klima- und Umweltschutz zu finden und umzusetzen. Besonders in Bezug auf Energieeffizienz hat sich in den letzten Jahren bereits sehr viel getan, so ist zum Beispiel seit 2004 die Produktion um 46 Prozent gestiegen, aber der Energieverbrauch nur um 11 Prozent. Dazu konnten beispielsweise in der Stahlindustrie seit 2000 die CO2-Emissionen um 22 Prozent reduziert werden. Wodurch das möglich war? Durch technische Innovation, Forschung und Entwicklung! Um auch in den nächsten Jahren weiter Fortschritte wie diese machen zu können, braucht es unter anderem eine Erhöhung der staatlichen Forschungsprämie, damit auch technischer Fortschritt finanziell unterstützt und zu betrieblichen Investitionen animiert wird. Folglich werden nicht nur Umweltschutz, sondern auch neue Arbeitsplätze langfristig gefördert. Ausführlichere Beispiele unserer Überlegungen findet man unter folgendem Link: https://www.iv.at/media/filer_public/86/a7/86a7aa42-b0c1-4d92-bca0-020446ca95a9/innovativ-effizient-nachhaltig_12102016-lr.pdf

Florian S.

21. November 2017

Warum behauptet die IV, dass sie an Dialog interessiert ist, wenn von ihrer Pressesprecherin Anna McDonald gleichzeitig Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba ein ORF-Interview verweigert wird?

Unsere Antwort

Die nahenden Weihnachten und die politischen Entwicklungen sorgen dafür, dass sich in der IV Termine mit stundenlangen Sitzungen und Verhandlungen gerade überschlagen. Zusätzlich kam Ihre Interview-Anfrage für eine der ohnehin hektischsten Wochen: der IV-Vorstandswoche. So sehr wir uns auch immer Mühe geben alle Terminanfragen möglichst zeitnahe zu erledigen, ist es uns dieses Mal leider bei aller Wertschätzung für die Sendung „Wir Staatskünstler“ einfach nicht möglich an einem von Ihnen vorgegeben Termin Zeit zu haben. Wir freuen uns aber sehr, dass Sie und Ihre Kollegen Gefallen an unserer Dialogkampagne finden und Sie uns auf diesem Weg kontaktieren. Haben Sie auch eine konkrete Frage zu unseren Themen?

Gerhard E.

15. November 2017

Hallo, ich bin Delegierter zum WP OÖ und habe bereits 2 Mal einen Antrag auf Senkung der KU2 gestellt. Beide Male hat die IV gegen eine Senkung der KU2 gestimmt. Wieso?

Unsere Antwort

Lieber Herr Edelsbacher, obwohl die WK OÖ die niedrigsten Umlagen aller Kammern in Österreich hat, setzt sich die IV für eine weitere Entlastung der Unternehmen ein – das gilt natürlich auch für die KU 2. Warum die Unternehmerinnen bzw. Unternehmer im OÖ Wirtschaftsparlament dagegen gestimmt haben, ist uns leider nicht bekannt.

Häufige Fragen zur Industrie

Unser Standpunkt

Die Industrie sichert mit ihren verbundenen Sektoren direkt und indirekt 2,5 Millionen Arbeitsplätze in Österreich. Außerdem macht die Wertschöpfung der Industrie fast 165 Milliarden Euro aus – das sind 56 Prozent der österreichischen Gesamtwirtschaft.

Des Weiteren sorgt der servoindustrielle Sektor für fast 70 Prozent des Produktionswerts der gesamten österreichischen Volkswirtschaft. Trotz Krise hat die heimische Industrie in den vergangenen zehn Jahren über 170.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dabei bilden die Leitbetriebe die Kernsubstanz der Volkswirtschaft und sind gerade für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) von größter Bedeutung. Jeder Leitbetrieb kooperiert mit durchschnittlich 800 verbundenen KMU und sichert dadurch das Zwei- bis Dreifache der eigenen Produktion, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich ab.

Sie wollen noch mehr erfahren über die Industrie allgemein? Dann werfen Sie einen Blick auf die häufig gestellten Fragen, oder stellen Sie jetzt Ihre eigenen!

Wer profitiert von der Industrie?

Vor allem die Klein- und Mittelbetriebe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Leitbetriebe bilden das Herzstück der österreichischen Volkswirtschaft und sind gerade für Klein- und Mittelbetriebe von größter Bedeutung. Jeder dieser Betriebe arbeitet mit bis zu 1.000 Klein- und Mittelbetrieben zusammen. Große Leitbetriebe wirken als Multiplikator und sichern das Zwei- bis Dreifache der eigenen Produktion, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich. Arbeitsplätze, die übrigens überdurchschnittlich gut bezahlt werden. Österreichs Wohlstand und der seiner Menschen ist ohne Industrie undenkbar.

Wieso verschmutzt die Industrie noch immer unser Land?

Das tut sie schon lange nicht mehr.
Österreichs Industriebetriebe sind Vorreiter bei Umwelt- und Klimaschutz. Ein geringer Energieverbrauch ist dafür entscheidend. Die Energieeffizienz konnte in den letzten 30 Jahren um mehr als die Hälfte gesteigert werden – mehr als in allen anderen Wirtschaftszweigen. Die Industrie verbraucht heute nicht viel mehr Energie, als die privaten Haushalte und deutlich weniger als der Verkehrssektor. Fortschritt und Technik machen es möglich.

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