Das IV-Dialogforum

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Pa.

7. Dezember 2017

Wenn die Steuern gesenkt werden, gehen dann die Arbeitnehmer wirklich mit mehr netto nach hause? Oder senkt die Industrie dann die Löhne derart, dass der Arbeitnehmer mit dem selben Nettogehalt nach hause geht. Wenn Sie das nämlich nicht machen, was hätte der Arbeitgeber sonst davon? Sind Sie einfach so lieb?

Unsere Antwort

Die jüngste Lohnsteuersenkung hat dazu geführt, dass den Menschen mehr netto vom brutto blieb. Das bestätigen auch die Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS. Dass dieser Effekt nicht lange sichtbar ist, liegt vor allem an der kalten Progression. Die kumulierten Realeinkommen in Österreich sind in den vergangenen Jahren ohne Ausnahme gewachsen: Die kollektivvertraglichen Lohnabschlüsse lagen immer über der Inflationsrate (kumuliert). Auch die (geringfügige) Senkung der Lohnnebenkosten in den vergangenen Jahren hat keineswegs dazu geführt, dass die Löhne gesenkt wurden. Im Gegenteil: Viele Arbeitgebervertreter (aber auch Gewerkschaften) waren sehr unzufrieden damit, dass ein beträchtlicher Teil der Lohnerhöhungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht bei diesen ankommt, sondern beim Staat landet.

Karl U.

8. Dezember 2017

Die Zukunft wird zeigen: Es muss und wird die sogenannte Maschinensteuer kommen. Dann kann man auch die Arbeit steuerlich entlasten….auch wenn ihr das nicht hören wollt. Kern hatte recht.

Unsere Antwort

Wir sehen eine Maschinensteuer sehr kritisch. In der Industrie ist die technologische Entwicklung (Automatisierung, Digitalisierung etc.) bereits längst Realität. Und diese hat nicht dazu geführt, dass die Einnahmen für das Sozialsystem geschrumpft sind. Im Gegenteil, diese sind in den vergangenen Jahren in Österreich gestiegen. Die Einnahmen der Sozialversicherung sind seit 1990 um 185 Prozent gestiegen, während das BIP lediglich um 155 Prozent zunahm. Zudem würde eine Maschinensteuer vor allem österreichische Unternehmen im Exportbereich schwer treffen, weil die höheren Kosten ein starker Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Unternehmen in internationalen Märkten wären. Damit wären wiederum Arbeitsplätze massiv gefährdet. Wirtschaftsforschungsinstitute wie das WIFO und EcoAustria kommen zum Ergebnis, dass bei Einführung einer Wertschöpfungsabgabe die Beschäftigung kurz ansteigen, langfristig jedoch aufgrund zurückgehender Investitionen umso stärker fallen würde.

Ch.

4. Dezember 2017

Wieviel mehr soll einem denn Netto im Schnitt übrig bleiben? Wenn eine solche Reform unseres Systems uns wieder nur ein paar €uronen schert, muss man sich doch fragen ob es das Wert ist. Netto-Gehälter müssten schon um rund €300 steigen, um eine Veränderung zu bewirken.

Unsere Antwort

Vielen Dank für Ihre Frage! Wir plädieren für eine substanzielle Entlastung, von der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über alle Einkommensgruppen nachhaltig profitieren. Würde das Steuer- und Abgabenniveau um rund drei Prozentpunkte gesenkt, hätte jeder Lohn- und Einkommenszahler pro Jahr beinahe 3.000 Euro mehr Geld zur Verfügung. Klar ist, dass die Staatsausgaben im Gegensatz effizienter gestaltet werden müssen – ohne, dass es zu Leistungseinbußen für die Bürgerinnen und Bürger kommt. Handlungsbedarf gibt es aus unserer Sicht etwa bei Föderalismus, Verwaltung oder Förderungen.

Di.

4. Dezember 2017

Habe zu viele gutbezahlte Häuptlinge weniger Indianer und die Industrie soll sich mal an der eigene Nase packen wie sie mit Fachkräfte umgehen in Leiharbeit stecken und jammern .So macht man moderne Sklaven Steuer ist nicht das große Problem ?

Unsere Antwort

Die gelebte Realität in österreichischen Unternehmen sieht ein wenig anders aus: In Österreich werden gute Löhne gezahlt. Das gilt gerade für die Industrie, wo diese etwa um 9 Prozent höher sind als im Dienstleistungssektor. Übrigens tragen die Betriebe in Österreich entscheidend zur Finanzierung des Sozialstaats bei: Im vergangenen Jahr leisteten sie mehr als 47 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben. Außerdem empfinden 8 von 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Miteinander als fair. Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

Michael B.

23. November 2017

„Der Grund für die statistisch stärker ausgeprägte Ungleichheit der Vermögen in Österreich liegt vor allem [!] im stark ausgebauten Sozialstaat.“ Können Sie das näher ausführen? Sind es nicht zB riesige (nicht besteuerte) Erbschaften, die eine ungleiche Vermögensverteilung über Generationen hinweg aufrecht erhalten?

Unsere Antwort

Lieber Herr Bichler, sehr gerne: Der Anreiz, privat Vermögen zu bilden, ist umso geringer, je größer die staatliche Absicherung in einem Land ausfällt. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln sagt, dass der Vermögensanteil der ärmeren 40 Prozent der Bevölkerung in Europa umso geringer ausfällt, je höher das Sozialbudget des entsprechenden Staates ist. Und in Österreich sind die staatliche Pensionsvorsorge, Krankenversicherung, Bildungsleistungen und die Wohnbauförderung sehr stark ausgebaut, weshalb die Menschen kaum privat vorsorgen müssen. So wird etwa das Wohnbedürfnis – einer der Hauptanreize zur Vermögensbildung in anderen Eurostaaten – in Österreich stark von der öffentlichen Hand gestillt. Aufgrund der heimischen Politik ist Österreich heute „ein Land der Mieter“. Die Zusammensetzung der Steuerabgaben fragen wir gerne noch einmal bei unserem Experten nach und reichen die Antwort nach.

(nachgereicht:) Zu den vermögensbezogenen Steuern werden u.a. hier die KESt auf Zinsen und Dividenden sowie sonstige Abgaben, die die Produktionssubstanz belasten (z.B. Gebrauchsabgabe), Grundsteuer, Stabilitätsabgabe, Stiftungseingangssteuer berücksichtigt. Zu Kapitalbesteuerung insgesamt werden dazu noch neben der Besteuerung auf Vermögenssubstanz und sonstige Kapitalerträge (Grundsteuer, Grunderwerbssteuer) auch Gewinnsteuern dazugezählt. Vertiefende Informationen finden Sie in den „Taxation Trends in the European Union“ (https://ec.europa.eu/taxation_customs/node/968_de).

Regina K.

22. November 2017

Es gibt allgemein zu viel Steuern. Wenn ich viel arbeite möchte ich mein Verdientes gebrauchen.

Unsere Antwort

Wir sind da ganz bei Ihnen: Es muss den Menschen mehr Netto vom Brutto bleiben! Wie wir schon oft erwähnt haben, hat Österreich nämlich ein massives Ausgaben- und kein Einnahmenproblem. Besonders der Faktor Arbeit gehört entlastet – nur mehr knapp mehr als die Hälfte der tatsächlichen Kosten für das Gehalt kommen bei Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer an. Wir setzen uns dafür ein, die Lohnnebenkosten mindestens auf das Niveau in Deutschland, also vier Prozentpunkte niedriger, hinunterzusetzen.

Georg H.

18. November 2017

Weniger Geld für Flüchtlinge und dafür mit den Lohnsteuer bei denn Arbeiter senken

Unsere Antwort

Wir sind auch der Meinung, dass den Menschen mehr Netto vom Brutto bleiben sollte. Überdies bietet eine Steuersenkung den Unternehmen die Möglichkeit mehr zu investieren und so neue Arbeitsplätze zu schaffen. Für uns liegt das Problem allerdings daran, dass der Staat mit den eingenommenen Steuern sorgsamer und gewissenhafter umgehen muss. Österreich braucht daher unbedingt ein neues, modernes Steuer- und Abgabensystem, das den Faktor Arbeit entlastet und so Arbeitsplätze für die Zukunft sichert.

D.I.Gerhard S.

16. November 2017

Steuern müssen dort eingehoben werden wo sie anfallen und nicht in Steuerparadiesen versickern. Luxemburg, Herr Juncker ahnungslos, Irland! Staatsausgaben verringern, RH Berichte verpflichtend, Subventionsdschungel entflechten. Warum ist das nicht geschehen?

Unsere Antwort

Österreichische Unternehmen sind steuerehrlich! Alleine im Jahr 2016 zahlten Unternehmen 47,2 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben, wie Experten und Finanzamt bestätigen. Die zehn Prozent der größten österreichischen Betriebe leisten knapp 90 Prozent des gesamten Körperschaftsteuer-Aufkommens (KÖSt). Dieses Aufkommen ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als das Gesamtsteueraufkommen. Es liegt also auf der Hand, dass österreichische Unternehmen ihre Gewinne hier versteuern. Reine Gewinnverschiebungen sind aufgrund des österreichischen Steuerrechts schon seit jeher praktisch nicht möglich. Welche Regelungen in Zukunft auf europäischer Ebene getroffen werden, wird man sehen. Hier sind politisch noch mehr Anstrengungen nötig, die wir permanent als IV einfordern.

Wilfried S.

16. November 2017

Warum blockiert die österreichische Regierung Regelungen zur Steuervermeidung großer Konzerne auf europäischer Ebene? Wird hier von der IV lobbyiert?

Unsere Antwort

Als IV vertreten wir naturgemäß die österreichische Industrie. Die aktuelle Diskussion um „aggressive Steuerplanung“ betrifft aber keineswegs heimische Industrieunternehmen, ganz im Gegenteil: Der weitaus größte Teil der Unternehmen in Österreich ist steuerehrlich, das bestätigen Experten und Finanzbeamte. Es existiert keine Studie, die das Gegenteil belegen würde. Alleine im Jahr 2016 zahlten Unternehmen 47,2 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben. Die zehn Prozent der größten österreichischen Betriebe leisten knapp 90 Prozent des gesamten Körperschaftsteuer-Aufkommens (KÖSt). Dieses Aufkommen ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als das Gesamtsteueraufkommen. Es liegt also auf der Hand, dass österreichische Unternehmen ihre Gewinne auch hier versteuern. Reine Gewinnverschiebungen sind aufgrund des österreichischen Steuerrechts schon seit jeher praktisch nicht möglich. Welche Regelungen in Zukunft auf europäischer Ebene getroffen werden, wird man sehen.

Häufige Fragen zur Steuer

Unser Standpunkt

Der Industrie geht es schon lange darum, die Arbeit steuerlich zu entlasten. Arbeit muss sich wieder lohnen. Durch eine deutliche Steuer- und Abgabensenkung soll wieder mehr Geld bei den Arbeitnehmerinnen und den Arbeitnehmern ankommen.

Wir sind – wie der Großteil der Expertinnen und Experten – der Meinung, dass der Staat kein Einnahmenproblem hat, sondern ein Ausgabenproblem. Das bedeutet, der Staat soll sorgsamer mit den eingenommenen Steuern umgehen, sie in Zukunftsbereiche wie Bildung, Forschung und Infrastruktur investieren und nicht noch zusätzliche Steuern einfordern.

Der Faktor Arbeit soll entlastet werden, aber nicht durch eine neue Steuer wie Vermögen-, Erbschafts- und Schenkungsteuer. Vermögensteuern zählen zu den schädlichsten Steuerformen für Wachstum und Beschäftigung. Eine wirkliche nachhaltige Entlastung der Bürgerinnen und Bürger kann nur über kluge Einsparungen bei den Staatsausgaben erreicht werden. Spielraum ist ausreichend vorhanden: 2017 weist Österreich die fünfthöchste Staatsausgabenquote in der EU auf. Darum setzt sich die Industrie für eine deutliche Steuersenkung ein.

Sie wollen noch mehr erfahren über das Thema Steuern? Dann werfen Sie einen Blick auf die häufig gestellten Fragen, oder stellen Sie jetzt Ihre eigenen!

Warum zahlen wir so viel mehr Steuern als andere EU-Staaten?

Weil unser aufgeblähter Verwaltungsapparat finanziert werden muss. Die Arbeit müsste in Österreich insgesamt um ganze 8 Milliarden entlastet werden, um bei den Einnahmen der Sozialversicherung und sonstigen Lohnsummenangaben das Niveau Deutschlands zu erreichen, damit netto so viel im Geldbörsel bleibt wie in Deutschland.

Zahlen wir nicht schon genug Steuern?

Ja, sogar zu viel. Gerade bei Lohn- und Einkommenssteuern liegen wir deutlich über dem OECD-Schnitt.

Darum setzt sich die Industrie für eine Reduktion der Steuerbelastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Unternehmen ein.

Wie viel Steuern zahlen Unternehmen in Österreich wirklich?

Sie zahlen deutlich mehr als in anderen Ländern.

Unternehmen, die ihren Sitz in Österreich gemeldet haben, zahlen mehr Steuern als in den meisten anderen Industrieländern (OECD). Allein im Jahr 2016 haben die Unternehmen über 47,2 Milliarden Euro an Steuern gezahlt. Neben Gewinnabgaben müssen auch immense Lohnsummenabgaben, Energieabgaben und diverse andere Abgaben getätigt werden.

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